Vollautomatische Stretchanlage mit FTS-Anbindung und Rollenfördertechnik

Für moderne Lager- und Produktionsumgebungen ist eine automatisierte Palettensicherung ein zentraler Bestandteil effizienter Materialflüsse. Die geplante Stretchanlage verbindet ein Fahrerloses Transportsystem, kurz FTS, mit einer leistungsfähigen Drehteller-Stretchmaschine und motorisierten Rollenförderern. Dadurch werden Paletten sicher, reproduzierbar und mit geringer manueller Beteiligung für den innerbetrieblichen Transport oder den Versand vorbereitet.

Das Gesamtkonzept sieht vor, dass das FTS eine ungesicherte Palette selbstständig an der Anlage bereitstellt. Nach der Übergabe erfolgt das vollständige Stretchen der Palette. Anschließend transportiert ein Rollenförderer die fertig gewickelte Ladung in einen definierten Pufferbereich. Dort kann die Palette bei Bedarf manuell durch einen Gabelstapler aufgenommen und in Richtung Lager, Warenausgang oder Versandfläche abtransportiert werden.

Automatisierter Materialfluss vom FTS bis zum Lager

Der Prozess beginnt mit der Anlieferung der Palette durch das FTS. Das Fahrzeug fährt die Übergabestation an und stellt die Palette auf einem motorisierten Rollenförderer ab. Entscheidend ist hierbei eine präzise Abstimmung zwischen FTS, Fördertechnik und Stretchmaschine. Die Übergabehöhe, die Palettenabmessungen, die Fahrwege sowie die Freigabeschnittstellen müssen so ausgelegt werden, dass eine sichere und wiederholgenaue Übergabe ohne manuelle Korrekturen möglich ist.

Nach erfolgreicher Palettenübergabe meldet die Fördertechnik die Belegung an die übergeordnete Steuerung. Erst wenn der Sicherheitsbereich frei ist und alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird die Palette automatisch auf die zentrale Rollenfördertechnik der Stretchmaschine transportiert. Die Anlage startet den Wickelprozess und sichert die Palette mit Stretchfolie. Nach Abschluss des Programms wird die gestretchte Palette automatisch aus dem Wickelbereich auf die nachgelagerte Rollenbahn übergeben.

Projektanforderungen für eine FTS-belieferbare Stretchanlage

Die wesentliche Projektanforderung besteht darin, dass die Stretchmaschine von einem FTS erreichbar und belieferbar sein muss. Eine herkömmliche Drehteller-Stretchmaschine mit einem erhöhten Drehteller oder einer Auffahrrampe ist für viele FTS-Konzepte problematisch. Das FTS kann Rampen häufig nicht zuverlässig befahren oder die Palette aufgrund der Bodenfreiheit, Steigung und Sicherheitslogik nicht sauber positionieren.

Zusätzlich darf die gestretchte Palette nach dem Wickelvorgang nicht wieder durch das FTS aufgenommen werden müssen. Die Stretchfolie, insbesondere im unteren Palettenbereich, kann von Sensoren des Fahrzeugs als Hindernis erkannt werden. Dies kann zu Fehlermeldungen, Sicherheitsstopps oder einer verweigerten Palettenaufnahme führen. Die Kombination aus Stretchmaschine und ausfahrender Rollenfördertechnik vermeidet dieses Risiko, da der Abtransport der fertig gesicherten Palette unabhängig vom FTS erfolgt.

Stretchlösung mit motorisierter Rollenfördertechnik

Als Basis der angebotenen Lösung dient die Drehteller-Stretchmaschine Discovery 100 MPS1 mit einem Drehtellerdurchmesser von 1.800 Millimetern. Die Maschine ist für Paletten bis zu einer Abmessung von 1.000 x 1.200 Millimetern ausgelegt und kann Paletten mit einer maximalen Wickelhöhe von 2.300 Millimetern verarbeiten. Mit einer maximalen Drehtellerbelastbarkeit von 1.200 Kilogramm eignet sich die Anlage für zahlreiche industrielle Palettenanwendungen.

Die Anlage wird mit einem motorisierten Rollenförderer auf dem Drehtellerbereich in der CENTER-Ausführung ausgestattet. Dadurch kann die Palette automatisiert in die Stretchmaschine einfahren und nach dem Wickelprozess wieder ausgefördert werden. Ergänzt wird die Lösung durch einen motorisierten Rollenförderer für die Aufgabe. Dieser übernimmt die Palette vom FTS und stellt sie kontrolliert für den weiteren Transport zur Stretchmaschine bereit.

FTS-Übergabe ohne problematische Auffahrrampe

Für eine zuverlässige FTS-Integration ist eine bodennahe und klar definierte Übergabestation besonders wichtig. Das FTS muss nicht auf den Drehteller der Stretchmaschine fahren und auch keine Rampe überwinden. Stattdessen stellt es die Palette auf einem dafür vorgesehenen Rollenförderer ab. Die Fördertechnik übernimmt anschließend den Transport in die Anlage. Dadurch wird der kritische Bereich zwischen Fahrzeug und Stretchmaschine konstruktiv entkoppelt.

Vor der endgültigen Umsetzung sollten die technischen Daten der ausgewählten FTS-Fahrzeuge mit der Übergabestation abgeglichen werden. Dazu zählen insbesondere die Palettenaufnahmeart, die erforderliche Übergabehöhe, die zulässige Last, die Fahrzeugnavigation, die Sicherheitslaser, die Positioniergenauigkeit und das Verhalten bei Folienüberständen. Da die konkret zur Auswahl stehenden FTS-Modelle projektabhängige Eigenschaften besitzen, ist eine Schnittstellenprüfung vor der Inbetriebnahme erforderlich.

Die Übergabe kann über digitale Signale abgesichert werden. Das FTS erhält beispielsweise erst dann die Freigabe zum Abstellen, wenn die Rollenbahn frei und aufnahmebereit ist. Nach dem Abstellen bestätigt die Fördertechnik die vollständige Palettenposition. Erst danach darf das FTS den Bereich verlassen. Diese klaren Statusmeldungen schaffen einen stabilen, sicheren und nachvollziehbaren automatisierten Prozess.

Vollautomatischer Stretchvorgang mit definierter Folienwicklung

Die Discovery 100 MPS1 ist mit einer motorischen Vorreckung der Führungsrolle in der Ausführung 100 MPS1 ausgestattet. Die Vorreckung sorgt dafür, dass die Stretchfolie wirtschaftlich eingesetzt und gleichzeitig mit einer gleichmäßigen Spannung auf der Palette aufgebracht wird. Eine passende Folienvorreckung verbessert die Ladungssicherung, reduziert den Folienverbrauch und sorgt für ein professionelles Erscheinungsbild der fertig verpackten Palette.

Zum Lieferumfang gehört außerdem das ZEPHYR-System sowie ein Touch-Bedienfeld. Über das Bedienfeld können Wickelprogramme, Höhen, Folienlagen und weitere Prozessparameter komfortabel verwaltet werden. Für einen vollautomatischen Ablauf ist entscheidend, dass Startfreigabe, Palettenförderung, Wickelprozess, Ausförderung und Störmeldungen über die Anlagensteuerung miteinander verbunden werden. Der tatsächliche Automatisierungsumfang, insbesondere Folienanlege- und Folienabschneidefunktionen, sollte im finalen Projektumfang verbindlich definiert werden.

Ausförderung und Pufferbereich für den Staplertransport

Nach dem Stretchen wird die Palette nicht erneut an das FTS übergeben, sondern über einen Rollenförderer aus dem Maschinenbereich transportiert. Diese Lösung verhindert, dass die Folie im unteren Bereich der Palette die Sensorik oder Aufnahmefunktion des FTS beeinträchtigt. Gleichzeitig bleibt der Wickelbereich frei für die nächste Palette, wodurch ein kontinuierlicher Materialfluss ermöglicht wird.

Die nachgelagerte Rollenbahn dient als Pufferstrecke für fertig gestretchte Paletten. Dort kann die Palette sicher warten, bis sie manuell durch einen Gabelstapler abgeholt wird. Der Staplerfahrer kann die Palette von der Rollenbahn aufnehmen und in das Lager oder den Versandbereich verbringen. Die Pufferposition entkoppelt den automatischen Stretchprozess von der manuellen Logistik und verhindert unnötige Wartezeiten an der Maschine.

Sicherheitskonzept mit Schutzzaun und Zugangstür

Eine automatische Stretchanlage benötigt ein umfassendes Sicherheitskonzept, insbesondere wenn FTS, Fördertechnik und Stapler in derselben Logistikzone arbeiten. Im Angebot enthalten sind CE-IIA-Fotobarrierezellen sowie ein Sicherheitszaun mit einer Länge von 8,5 Metern und einer Sicherheitstür. Der Schutzbereich verhindert, dass Personen während des Dreh- und Wickelvorgangs in den Gefahrenbereich gelangen.

Die Sicherheitstür wird in die Anlagensteuerung eingebunden. Wird sie geöffnet, stoppt die Maschine oder verhindert den Start eines neuen Prozesses. Die Fotobarriezellen überwachen den Ein- und Auslaufbereich und sorgen dafür, dass Paletten sicher transportiert werden können, ohne dass Personen gefährdet werden. Für die Praxis empfiehlt sich zusätzlich eine eindeutige Kennzeichnung der FTS-Fahrwege, Staplerbereiche und manuellen Eingriffszonen.

Siemens-SPS als Grundlage für die Anlagenintegration

Die Steuerung der Stretchanlage erfolgt über eine Siemens-SPS. Sie bildet die zentrale Schnittstelle zwischen Stretchmaschine, Rollenförderern, Sicherheitskomponenten und dem FTS. Über die SPS können Freigaben, Förderbefehle, Betriebszustände, Störungen und Not-Halt-Signale zuverlässig verarbeitet werden. Dadurch entsteht eine koordinierte Gesamtanlage statt einzelner, voneinander unabhängiger Komponenten.

Für die Kommunikation mit dem FTS können projektspezifische Ein- und Ausgangssignale oder geeignete industrielle Schnittstellen vorgesehen werden. Relevante Meldungen sind unter anderem „Übergabestation frei“, „Palette bereitgestellt“, „Palette erkannt“, „Stretchvorgang aktiv“, „Palette fertig“, „Puffer belegt“ und „Störung vorhanden“. Diese Signale schaffen Transparenz und erleichtern sowohl den täglichen Betrieb als auch die Fehlersuche.

Technische Daten der angebotenen Stretchmaschine

Die angebotene Discovery 100 MPS1 verfügt über einen Drehteller mit einem Durchmesser von 1.800 Millimetern. Sie ist für Palettenmaße bis 1.000 x 1.200 Millimeter ausgelegt und erreicht eine maximale Wickelhöhe von 2.300 Millimetern. Die maximale Belastbarkeit des Drehtellers beträgt 1.200 Kilogramm. Damit deckt die Anlage einen großen Bereich üblicher Industrie-, Produktions- und Versandpaletten ab.

Die elektrische Versorgung erfolgt über 230 Volt bei 50 Hertz. Für die elektrische Sicherheit ist ein allstromsensitiver Fehlerstromschutzschalter vom Typ B mit 100 Milliampere vorgesehen. Das Maschinengewicht beträgt rund 433 Kilogramm. Neben der Stretchmaschine umfasst das Projekt den motorisierten Rollenförderer auf der Maschine, einen motorisierten Rollenförderer für die Aufgabe, die Sicherheitsausstattung, die Siemens-Steuerung sowie Verpackungs- und Frachtleistungen.

Projektumfang, Investition und Gewährleistung

Der Gesamtpreis für das beschriebene Projekt beträgt 68.211 Euro netto geliefert. In diesem Betrag sind die Stretchmaschine Discovery 100 MPS1, das ZEPHYR-System, das Touch-Bedienfeld, die motorisierten Rollenförderer, die Siemens-SPS-Steuerung, der Sicherheitszaun mit Sicherheitstür, die CE-IIA-Fotobarrierezellen sowie die angegebenen Verpackungs- und Frachtkosten enthalten.

Für die Stretchmaschine gilt eine Gewährleistung von 12 Monaten. Vor der Bestellung empfiehlt sich eine verbindliche technische Klärung aller Schnittstellen zum ausgewählten FTS. Besonders wichtig sind dabei die genaue Förderhöhe, die Beschaffenheit der eingesetzten Paletten, mögliche Folienüberstände, die Position des Staplerentnahmebereichs und die gewünschte Automatisierungstiefe. Auf dieser Grundlage kann die Anlage passgenau auf den vorhandenen Materialfluss abgestimmt werden.

Effiziente Palettensicherung für automatisierte Lagerprozesse

Die Kombination aus FTS-Anlieferung, motorisierter Rollenfördertechnik, automatischem Stretchvorgang und manuellem Staplerabtransport bietet eine praxistaugliche Lösung für moderne Lagerprozesse. Das FTS liefert ungesicherte Paletten zuverlässig an, die Stretchanlage übernimmt die Ladungssicherung und die Rollenbahn führt die fertige Palette kontrolliert in den Pufferbereich. Dadurch werden manuelle Tätigkeiten reduziert, Sicherheitsrisiken minimiert und die Verfügbarkeit der Verpackungsstation verbessert.

Projektangebot lautet:
Discovery 100 MPS1 – Ø1.800 mm
Drehteller-Stretchmaschine, halbautom.
Motorische Vorreckung der Führungsrolle (100
MPS 1)
Technische Daten:
– Palettenabmessungen: bis 1.000 x 1.200 mm
– Max. Wickelhöhe: 2.300 mm
– Max. Drehtellerbelastbarkeit: 1.200 kg
– Elektr. Anschluss: 230 V, 50 Hz
– Maschinengewicht: ca. 433 kg
– Absicherung: allstromsensitiver RCD Typ B
(100 mA)
Gewährleistung: 12 Monate
INKL. ZEPHYR-System
INKL. Touch Bedienfeld
INKL. motorierten Rollenförderer auf der
Drehtellermaschiner (CENTER)
INKL. CE IIA Fotoberrierezellen und
Sicherheitszaun (8,5m)
mit Sicherheitstür

SIEMENS PLC Steuerung

Motorisierter Rollenförderer (Aufgabe)
Motorisierter Rollenförderer (Aufgabe)
Verpackungskosten / Frachtkosten

68211 Euro netto geliefert für das Gesamte Projekt

Mögliche Alternativ Maschinen die ohne Rollenförder mit FTS kommunizieren können
sind die folgenden beiden Maschinen.

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